KI-Kalorienzähler sind gerade überall. Ein Foto vom Essen machen, kurz warten – und schon erscheinen Zahlen zu Kalorien, Makros oder Portionsgrößen. Auf den ersten Blick wirkt das wie die perfekte Lösung: schnell, modern, scheinbar objektiv.Doch genau hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen. Denn für viele Menschen sagen diese Zahlen erstaunlich wenig darüber aus, wie ein Essen tatsächlich auf den Körper wirkt.
Die Idee ist verlockend: Kein Abwiegen, kein Nachschlagen, keine manuelle Eingabe – die KI übernimmt alles. Gerade im Vergleich zu klassischen Kalorienzählern wirkt das bequem und zeitgemäß.Was dabei oft übersehen wird: Kalorien sind nur eine sehr grobe Messgröße – und erklären selten, warum man sich nach dem Essen energiegeladen, müde oder unwohl fühlt.
400 Kalorien sind nicht gleich 400 Kalorien.
Ein zuckerreiches Produkt und eine ballaststoffreiche Mahlzeit können kalorisch ähnlich sein –lösen im Körper aber völlig unterschiedliche Reaktionen aus:
• Entzündungsprozesse
• Blutzucker- und Insulinreaktionen
• Darmaktivität
• Energielevel und Konzentration
• Auftreten von Symptomen wie Blähungen, Schmerzen oder Brain Fog
Kalorien sagen nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel gut verträglich ist – oder nicht.
Gerade bei Unverträglichkeiten, Reizdarm, Histamin- oder FODMAP-Problemen ist das entscheidend.
KI kann heute viel – aber beim Kalorienzählen stößt sie an klare Grenzen:
• Portionsgrößen sind auf Fotos kaum verlässlich erkennbar
• Zutaten sind oft verborgen oder nicht eindeutig
• Zubereitungsarten (Öl, Fett, Garzeit) bleiben unbekannt
• Die KI schätzt – sie misst nicht
Das Ergebnis wirkt präzise, ist es aber nicht. Zahlen mit Nachkommastellen vermitteln in den Apps Genauigkeit, wo in Wahrheit nur Annäherungen existieren.
Ein oft unterschätzter Punkt:Kalorienzahlen erzeugen ein Gefühl von Kontrolle – und gleichzeitig von Druck.
Viele Menschen beginnen:
• stärker zu grübeln
• Essen zu bewerten statt zu spüren
• Signale des Körpers zu übergehen
Am Ende wissen sie sehr genau, wie viel sie gegessen haben – aber nicht, warum es ihnen danach schlecht geht. Gerade bei stressbedingten Beschwerden oder chronischen Symptomen kann das den Blick auf das Wesentliche verstellen.
Das bedeutet nicht, dass Kalorien grundsätzlich nutzlos sind.
Sie können hilfreich sein für:
• gezielte Gewichtszunahme oder -abnahme
• sehr strukturierte Ernährungsziele
• leistungsorientierten Sport oder Bodybuilding
In diesen Kontexten sind Zahlen ein Werkzeug – kein Problem.
Eatrack wurde nicht entwickelt, um jede Kalorie zu erfassen. Sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen:
• Welche Lebensmittel treten häufig zusammen mit Symptomen auf?
• Wie reagieren Verdauung, Energie und Wohlbefinden über mehrere Tage hinweg?
• Welche Muster zeigen sich langfristig – nicht nur in einer Mahlzeit?
Unser Ziel ist nicht maximale Kontrolle, sondern mehr Verständnis für den eigenen Körper.
KI spielt bei Eatrack trotzdem eine wichtige Rolle – aber bewusst anders eingesetzt:
• zur Erkennung von Zutaten
• zur Einordnung von Lebensmitteln
• zur Analyse von Mustern und Zusammenhängen
• zur Unterstützung, nicht zur Bewertung
KI kann helfen zu verstehen – aber sie ersetzt keine verlässlichen Messungen und kein Körpergefühl.
KI ist ein mächtiges Werkzeug. Doch nicht jede Zahl hilft jedem Menschen. Für viele sind es nicht die Kalorien, die den Unterschied machen – sondern das Erkennen von Zusammenhängen zwischen Ernährung, Symptomen und Wohlbefinden. Wenn du deine Ernährung nicht isoliert, sondern im Kontext deines Körpers verstehen möchtest, ist Eatrack genau dafür gemacht.